Glas-Werkstube Lützelflüh

Filigrane Glas-Spezialitäten aus Lützelflüh

Direkt beim Bahnhof Lützelflüh befindet sich die Glas-Werkstube von Daniel und Maja Burkhalter. Im Ladengeschäft, welches zugleich als Werkstatt dient, gibt es eine Vielzahl an schönen Dingen aus Glas zu bewundern und zu kaufen: Weihnachtskugeln, handgefertigtes Geschirr, Weingläser, Schmuck, Kerzenhalter und Schnapsflaschen mit originellem Innenleben – dem Glasbläser Daniel Burkhalter gehen die Ideen so schnell nicht aus. Seine Frau berät die Kunden oder kümmert sich um Kursteilnehmer, die das Glasblasen versuchen möchten.

 

In der Glaswerkstube wird emsig gearbeitet: Daniel Burkhalter, seit rund 20 Jahren als Glasbläser aktiv, blickt auf eine reiche Erfahrung zurück. In einem alten, schönen Holzschrank stehen seine Anfänger-Stücke aus Glas. «Da, der Stiel ist viel zu dick und das Glas steht unter Spannung», beurteilt er kritisch seine Frühwerke. Der Glasbläser hat sich seine Technik weitgehend selbst erarbeitet, er ist kein gelernter Glasbläser. Ab und zu erwirbt er sich neues Fachwissen von Berufskollegen. Und gelegentlich gibt auch ein Altmeister ein paar Geheimnisse preis. Früher hat Burkhalter noch als Monteur gearbeitet, um ein sicheres Einkommen zu haben. Heute setzt er, gemeinsam mit seiner Frau, voll auf seine Passion – das Glasblasen. Nebst dem Verkauf im Ladengeschäft in Lützelflüh ist das Ehepaar mit seinem Glas-Mobil auch auf Themenmärkten und an Firmenanlässen vertreten. «Er arbeitet live vor Ort, ich verkaufe und berate», beschreibt Maja Burkhalter schmunzelnd die Arbeitsaufteilung.

Tausend Ideen rund ums Glas
Daniel Burkhalter vollendet mit seinem Glasbläserbrenner gerade die Aufhängung einer Weihnachtskugel. Mit dem dreistufigen Brenner lassen sich Temperaturen von bis zu 2000 Grad Celsius erreichen. Meistens verwendet Burkhalter für seine Arbeiten Hartglas/Borosilikatglas, welches einen Schmelzpunkt von circa 1400 Grad Celsius hat. «Ich habe manchmal fast zu viele Ideen», sagt der Glasbläser und grinst. So wundert es denn auch nicht, dass nebst dem Verkaufsschlager der Glas-Werkstube, den Fadenkugeln (Weihnachtskugeln mit selbst gezogenen farbigen Glasfäden im Innern), immer wieder neue Produkte ihre Form erhalten. Fürs Eidgenössische Schwing- und Älplerfest hatte Burkhalter den Stier «Fors» in die (selbst gefertigte) Schnapsflasche gebracht. Aber auch Schwinger, Traktoren, die Fussballer seines geliebten FC Basel sowie diverse Glasfrüchte packt der Glasbläser in die Schnapsflasche. «Schmetterlinge haben wir ebenfalls neu im Programm», erklärt Burkhalter. Auch frisch im Angebot sind die beliebten Weihnachtskugeln in einer kleineren Grösse. «Man darf sich nicht täuschen – der Aufwand für eine so kleine Kugel ist fast derselbe wie bei der üblichen Grösse», verrät der vielseitige Handwerker, der auch viel Erfahrung in der Bearbeitung von Metallen und Kunststoffen hat. Maja Burkhalter ergänzt, dass ihr Mann für den Aufbau einer Glaskugel mit Fäden mit einem Durchmesser von circa 18 Zentimetern während 30 Minuten immer wieder blasen müsse. Gefragt sind deshalb nicht nur handwerkliches Können, eine schnelle Arbeitsweise, Materialwissen und Vorstellungskraft, sondern eben auch eine gute Ausdauer.

Den Funken überspringen lassen
Sein Wissen gibt Daniel Burkhalter gerne in Kursen weiter. Bis zu sechs Personen betreut er allein, maximal 15 Kursteilnehmende umsorgt er gemeinsam mit seiner Frau. In den Kursen können Neugierige nicht nur zusehen, sondern selber eigene Weihnachtskugeln, Weingläser, Biergläser oder Windlichter blasen. Die kniffligsten Schritte und zeitraubende Vorbereitungsarbeiten übernimmt der Glasbläser. In einer Stunde können in der Gruppe ungefähr sechs Weihnachtskugeln geblasen werden.

Seit rund einem Jahr bietet das Paar auch ein Zimmer mit Frühstück an, ideal am Bahnhof Lützelflüh gelegen. Mit dem bisherigen Erfolg sind die Beiden zufrieden – die Übernachtungsmöglichkeit wird rege genutzt.

 
 

 

© Christian Bärtschi / Bärtschi-Texte

 

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