Artunique Schmuckstücke

Der Goldschmied im ehemaligen Blumenladen

Daniel «Dänu» Kaltenrieder ist gelernter Gärtner und hat lange Zeit im Seeland in einem Gartencenter gearbeitet. Seit Februar 2012 bietet er in seinem liebevoll gestalteten Ladengeschäft ARTUNIQUE in der Burgdorfer Unterstadt Ringe und Halsketten sowie Objekte aus Holz an.

 

Das Ladenlokal des ehemaligen Gärtners Daniel Kaltenrieder war früher mal ein Blumenladen. Und der heutige Schmuckdesigner, der seine ersten Schritte als Goldschmied in den M-Art-Kursen der Migros machte, hat immer noch einen engen Bezug zur Natur. Er ist stets auf der Suche nach neuen, aufregenden Materialien, die er für seine Schmuckkreationen einsetzen kann. «Im Moment ist es vor allem das Steinbockhorn, welches ich gerne für meinen Silberschmuck verwende», erklärt «Dänu». Die Beschaffung dieses Materials sei übrigens nicht immer einfach, ergänzt er. Horn ist ein dankbares Material, da es widerstandsfähig, stabil und trotzdem leicht ist. Dann nimmt er ein Stück sehr dunkles Holz in die Hand – sogenannte Mooreiche. «Die hat Tausende von Jahren in der Erde gelegen», erklärt Daniel Kaltenrieder. Und er, der Schmuckhersteller mit dem Auge für die Natur, wird daraus nun wohl in Kürze einen schönen Ring oder eine Halskette formen. Auch das Emmental findet Platz in seinen Kreationen: Schon bald sollen Steine aus der Emme so manche Hand schmücken.

Die Einrichtung als Erlebnis
Sein Schmuck wird vor allem von Frauen gekauft. Früher, so erinnert er sich, hätten deren Männer jeweils vor dem Geschäft gewartet. Doch heute zieht die aus rohen Holzbrettern selbst entworfene Ladeneinrichtung auch die Männer hinein in den Verkaufsraum. Kaltenrieder lächelt, als er dies erzählt. Und wirklich bietet ARTUNIQUE auch für «Schmuck-Verächter» so einiges. Ins Auge fällt eine grosse Holzkugel, die von Kaltenrieder mit der Motorsäge grob in Form gebracht wurde und dann mit dem Winkelschleifer feingeschliffen wurde. «Auch die kleinen Holzvasen für Blumen sind zurzeit sehr beliebt», freut sich der vielseitige Künstler. Und die Damaszener-Messer, die ein Zweitaussteller an dieser Stelle präsentieren kann, dürften nicht nur Männerherzen zum Hüpfen bringen.

Schmuckherstellung steht im Vordergrund
Daniel Kaltenrieder hat alles im Geschäft selbst gestaltet. Eine altes Apothekermöbel – säuberlich abgeschliffen und mit neuen, goldenen Handgriffen veredelt – dient nun als Präsentationstisch für seinen «Premium-Schmuck-Abteilung». Holz und Metall halten sich im Raum die Waage. Und natürlich sind auch die Holzobjekte käuflich zu erwerben. «Mein Kerngeschäft ist aber schon der Schmuck», erklärt Kaltenrieder. Im hinteren Teil des Ladenlokals steht seine Werkstatt. Mit Blick auf den vorbeifliessenden Bach entwirft «Dänu» hier seinen Schmuck, wenn nicht gerade Kunden vorbeikommen. In einer kleinen Holzbox ruhen, noch nicht ganz vollendet, die neuesten Kreationen des Meisters. Ein Ring aus Horn liegt da friedlich neben einem schweren, zackenförmigen Silberring – beide strahlen sie eine sinnliche, ruhige Präsenz aus. Auch der gross gewachsene Kaltenrieder ist ein ruhiger, überlegter Gesprächspartner. Muss er nach Ideen für seine Schmuckstücke suchen? «Zum Glück nicht – im Gegenteil, ich habe manchmal fast zu viele Ideen», gibt er schmunzelnd zu Protokoll. Hier hat offensichtlich jemand seinen Platz gefunden, und ist auch dankbar, wenn seine Werke – oft nach langen Jahren – immer noch täglich von zufriedenen Kunden getragen werden. «Einmal habe ich für meine Werkstatt Gas besorgt», erzählt Daniel Kaltenrieder. «Ich musste eine Weile warten und bemerkte einen anderen Kunden mit einem schönen Ring. Plötzlich wurde mir klar – den Ring kenne ich – den habe ich ja selbst hergestellt.»

 
 

 

© Christian Bärtschi / Bärtschi-Texte

 

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